Die Sinti-Union Köln e.V. war am 01. Juli 2014 zusammen mit den Vertretern des Dachverbandes für deutsche Sinti, der Sinti-Allianz-Deutschland und weiteren angeschlossenen Landesverbänden und Vereine,  im im Bundesrat in Berlin zu Gesprächen.

Die Gespräche wurden geführt von:

Stephan Weil Präsident des deutschen Bundesrates und Ministerpräsident von Niedersachsen, für den Bundesrat.

Und Ricardo Lenzi Laubinger 1. Vorsitzender der Sinti-Union Hessen e.V. und 2. Vorsitzender der Sinti Allianz Deutschland bzw. Sinti – Union Deutschland für die deutschen Sinti.

Des Weiteren nahmen Vertreter aller 16 Bundesländer sowie die 10 Vorsitzenden der verschiedenen Landesverbände der Sinti-Union Deutschland an den Gesprächen teil.

Es wurden folgende Themen bei diesem Gespräch erörtert:

1.    Die Erhaltung der Gräber von Sinti die im III. Reich verfolgt wurden. 

Der Vorsitzende der Sinti-Union Hessen, forderte die Anwesenden Ländervertreter auf, sich für die Erhaltung der Gräber als Dauergrabstätten einzusetzen. Die Sinti wollen keine Ehrgräber- oder Denkmäler, sondern nur eine Anerkennung als Dauergräber.

Im Gegensatz zu den Gräbern der Jüdischen Opfer, wollen die Sinti aber die Kosten für die Grabpflege auch weiterhin selbst tragen. Die Kommunen müssten also lediglich auf die Gebühren für die Verlängerung verzichten.

Die Sintivertreter zeigten sich Entsetzt darüber, dass im gleichen Zeitraum, in dem man die Anträge der Sinti auf Gäbererhalt ablehnt, zwei Mitgliedern der NSDAP von der Landeshauptstadt Wiesbaden Ehrengräber zuerkannt hat!  Einer davon Sturmbannführer, der andere aktiv in mehreren Organisationen der Nazis.

Hier werden Täter zu Helden gemacht und Opfer werden hierdurch verhöhnt, diskriminiert und auch noch nach ihrem Tot, als Menschen zweiter Klasse behandelt. So die Sintivertreter.

Die Mitglieder des Bundesrates zeigten sich sehr erstaunt darüber, dass man sich auf Seiten der Kommunen so schwer tut, hier eine Lösung zu finden. Denn es handele sich hier nicht um große Beträge. Man werde dieses Thema auch im deutschen Bundesrat behandeln.

2.    Als zweites Thema stand die Bildungsförderung der jungen Sinti auf der Tagesordnung. Hier wurde ein von den Sintiverbänden erstelltes Bildungsprogramm vorgestellt, mit dem man die Bildungsbereitschaft der Sintifamilien wecken und das gegenseitige Misstrauen zwischen der Mehrheitsbevölkerung und den deutschen Sinti abbauen kann. Den Sinti läge sehr viel daran dass ihre Jugend an den Bildungsstand der Mehrheitsgesellschaft Anschluss findet. So Laubinger.

3.    Als drittes Gesprächsthema sprach Ricardo Lenzi Laubinger, die Problematik, die von der sogenannten Schrottsammelverordnung verursacht wird. Viele Angehörige der Sinti betreiben seit Jahrzehnten Schrotthandel. Leider wird es Ihnen durch die genannte Verordnung sehr schwer gemacht, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie dürfen z.B. keine alten Waschmaschinen mehr als Schrott annehmen, weil dort sogenannter Elektroschrott, also Kupfer, enthalten ist. Solche  Dinge werden nun von den Kommunen eingesammelt. Auch hier bat  der Vorsitzende der Sinti-Union Hessen, sich der Sache anzunehmen und eine Änderung zu veranlassen. Nur so könne verhindert werden, dass in Zukunft eine Großzahl der jetzigen Schrotthändler, egal ob Sinti oder Angehöriger der Mehrheitsgesellschaft der Sozialhilfe anheimfielen. Hier würde eine Lösung auch im Interesse der Kommunen liegen, die sonst in Zukunft Geld für  zustehende Sozialunterstützung zur Verfügung stellen müsste.

4.    Als nächstes sagte der Bundesvorsitzende der Sinti – Union Deutschland der zufällig auch Ricardo Laubinger heißt. Dass es den Sinti sehr wichtig sei, das man endlich zur Kenntnis  nehmen müsste, dass Sinti keine Roma sind! Sinti sind seit über 600 Jahren in Deutschland ansässig und deutsche Staatsbürger mit allen Rechten und Pflichten. Sinti brauchen nicht nach Deutschland kommen, sie sind schon seit über 600 Jahren hier. Sie leben ausschließlich in Deutschland, in Teilen Frankreichs (Elsass)  und den Niederlanden.

Da es in Bulgarien und Rumänien oder sonstigen Balkanländern niemals Sinti gab und auch keine gibt, könnten auch keine Sinti von dort nach Deutschland einwandern. Man müsse endlich bei den Medien und auch bei Politikern erkennen, dass die Bezeichnung „Sinti und Roma“ falsch sei. Hier werde Populismus auf dem Rücken der Sinti betrieben.

Die Vertreter des Bundesrates zeigten sich beeindruckt von der Arbeit der Sinti - Union bzw. Sinti-Allianz. Man werde sich in circa einem Jahr wieder in Berlin treffen und dann die Entwicklung der angesprochen Themen besprechen.

Heute waren schon 1 Besucher (6 Hits) hier!
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=